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Musikalischer Sinn (wolke, 2012)


 

"Man muss sich die sowjetische beziehungsweise russische Symphonie des 20. Jahrhunderts, die abgegrenzt von der westlichen Musik eine ganz eigene Entwicklung genommen hat, wie eine Schatztruhe vorstellen. Über die Geschichte der sowjetischen Musik ist bereits umfänglich publiziert worden. Dennoch scheint der Deckel dieser Schatztruhe bis heute nur wenig gelüftet, sind doch zahllose Komponisten und ihre Werke in Vergessenheit geraten. Yoffe spürt in einer aufregenden Reise voller Entdeckungen mit einer Fülle von Werkbetrachtungen der Geschichte dieses Eigenweges nach und wir machen Bekanntschaft mit wunderbaren, teilweise bis heute im Westen ungehörten Werken." (wolke, 2014 - mehr lesen)

Inhaltsübersicht

 

Im Fluss des Symphonischen (wolke, 2014)
Eine Entdeckungsreise durch die sowjetische Symphonie

"Boris Yoffes Buch “Im Fluss des Symphonischen” hat mich sehr beeindruckt. Es ist ein hoch professionelles, umfangreicheres, fundamentales Werk über die sowjetische Symphonik, das die Zeit bevor die Sowjetunion gegründet wurde miteinbezieht – es präsentiert also die präsowjetische Periode, genauso wie es ein komplettes Bild der sowjetischen Symphonik wiedergibt. Dieses Buch ist mit Wissen und Liebe geschrieben. Es repräsentiert nicht nur die Komponisten des 20. Jahrhunderts, sondern gleichzeitig die gesamte kulturelle Bandbreite der russischen und sowjetischen Zeit. Die in dem Buch dargestellten Details sind enorm interessant, sie eröffnen einen neuen Blick auf die sowjetische Komponisten-Schule – der für jeden Interpreten und besonders für Dirigenten von äußertem Interesse ist.

Das 16. Kapitel, „Die Symphonie der Unionsrepubliken“, die sogenannte „Koloniale Misik“, ist sehr spannend geschrieben, gibt es doch ein wahres Bild und eine zutreffende Analyse des Themas wieder. Unter anderem wird hier die Musik der baltischen Staaten und des Kaukasus‘ beschrieben.

Besonders interessant war für mich das 9. Kapitel, „Die am Rande Gebliebenen.“ Ein anderes Kapitel, das mich sehr bewegt hat, ist über die St. Petersburger Schule, neben anderen geht es vor allem um Boris Arapow, der ein guter Freund meines Vaters war. Ich kannte Boris Arapow daher persönlich sehr gut, er beeinflusste mich in den Anfangsjahren meines Lebens als Dirigent. Die persönlichen Beziehungen meiner Familie zu Schostakowitsch, Chatschaturjan, Chrennikow, Kabalewski, Kara Karajew und anderen seien nur am Rande erwähnt. Seit den 60ern war die ganze Palette der sowjetischen Musik, inklusive ihrer Komponisten, sozusagen direkt vor meinen Augen und ich hatte die Gelegenheit, alles mit zu verfolgen, Konzerte zu besuchen etc. Aus diesem Grund kann ich sagen, dass Yoffes Buch ein aufrichtiges Bild der sowjetischen Musik nachzeichnet, das sowohl für professionelle Musiker, als auch für Musikliebhaber überaus lesenswert ist."

Vakhtang Matchavariani, Dirigent

"So wenig Boris Yoffe musikalisch mit neueren Zeitströmungen zu identifizieren ist, so wenig ist er es gedanklich. Seine Betrachtungen zur klassischen wie neueren Musik scheinen nicht aus dieser Zeit; sie zielen jenseits akademischer Deutungsversuche auf einen tiefer liegenden musikalischen Sinn. Dabei scheint sein Blick der Zeit enthoben. Wie aus der Ferne, aber nicht ohne Konsens mit unseren kulturgeschichtlichen Traditionen, kreisen seine Gedanken um den Kerngehalt, um die Essenz der Musik. Yoffe erweist sich dabei als ein ausgewiesener Kenner der russischen, jüdischen und deutschen Musiktradition und Kultur." (wolke, 2012 - mehr lesen)

 

Inhaltsübersicht

© Stephane de Bourgies

"Vor dem Hintergrund der üblichen musikwissenschaftlichen Literatur setzt sich Yoffes Buch positiv durch seine Lebendigkeit, Streitbarkeit und Lesbarkeit ab. Der Autor hat keine Angst, eigene, zum Teil sehr subjektive Meinungen klar zu artikulieren, er versucht weder glatt zu sein, um der eventuellen Kritik zu entgehen, noch sich unnötig kompliziert auszudrücken, um seine Kompetenz und wissenschaftliche Beflissenheit vorzutäuschen. Vor allem beherrscht er die seltene Fähigkeit, über Musik – dazu noch überwiegend ungehörte Musik – interessant zu schreiben. Nur ein kleiner Teil der im Buch beschriebenen Werke ist heute auf Tonträgern verfügbar. Dennoch bleibt die Lektüre stets spannend, denn Yoffe kreiert Bilder, die den Klang der Musik gewissermaßen repräsentieren und in vielen Fällen einen starken Wunsch aufkommen lassen, die besprochenen Werke tatsächlich hören zu können. Das ist wohl das wichtigste Verdienst des Buches: Es geht nicht nur um die Geschichte der sowjetischen Musik, die dem Leser weitestgehend unbekannt sein dürfte. Die primäre Intention des Autors ist, das Interesse der Leser nicht nur für diese Geschichte, sondern und vor allem für die Musik selbst zu wecken… Kaum eine andere Darstellung des Themas kann eine derartige umfassende Breite aufweisen. Sogar diejenigen Fachleute, die sich mit der sowjetischen Musik auszukennen glauben, werden ihre vielen Entdeckungen erleben. Yoffes Monographie, die fast 650 Seiten umfasst, präsentiert ein faszinierendes Panorama des symphonischen Schaffens von vielen Dutzend Komponisten."

Jascha Nemtsov, Musikwissenschaftler und Pianist

© R. Sigurdardóttir

Im Fluss des Symphonischen (wolke, 2014)
Musikalischer Sinn (wolke, 2012)

"Yoffe nimmt Musik als Welterkenntnis ernst und geht mit einer Emphase mit ihr um, die heute nicht mehr selbstverständlich ist. Es ist ein Verdienst, wie hier die Frage nach der Bedeutung von Musik in aller Dringlichkeit gestellt wird. Man kann sich nur wünschen, dass die am theoretischen Diskurs interessierten Protagonisten der gegenwärtigen Musik – und vielleicht nicht nur diese – den Ball annehmen."

Die komplette Rezension von Johannes Menke, Musiktheoretiker, wurde veröffentlicht in:
Musik & Ästhetik Heft 66, Stuttgart 2013, S. 110-112.

Klassik.com: "Offenbarungen an die Musikgeschichte"

"Boris Yoffes 'Musikalischer Sinn' ist eine Zusammenstellung von allerlei Texten des Komponisten. Die nicht eben leicht zu lesenden Beiträge sind von zündenden Gedankenexperimenten durchzogen. [...]"

Zur kompletten Rezension von Marion Beyer gelangen Sie hier.

terz-Magazin: "Boris Yoffe: Musikalischer Sinn (2012)"

Zur kompletten Rezension von Constantin Stimmer gelangen Sie hier.

Bekenntnis-Entwurf ("Khanograf", 2016)


" ... sprechend präsentiere ich mich... als was? Und als was sehen Sie mich? Da stelle ich mir zwei Möglichkeiten vor, zwei Rollen, die mir schon seit meiner Jugend zugeschrieben wurden: ein Zyniker, für den es „nichts Heiliges“ gibt, und ein Asket, der sich eine Mission auferlegt hat. Ich kann mich an das kindliche Gefühl einer Un-Teilnahme erinnern, es wunderte mich manchmal, dass keiner durch mich hindurch zu treten oder auf ein von mir besetzten Stuhl sich zu setzen versucht hat. Damit ist ein Gefühl der Ungeschicklichkeit, einer Schuld verbunden, die mich im Kindergarten, in der Schule, Armee, während des Studiums und der Arbeit begleitet hat: es ist mir unangenehm, dass ich Ihren Platz besetze, Ihre Aufmerksamkeit missbrauche, dass Sie sich an meinen Namen erinnern müssen, mit meiner Anwesenheit zurechtkommen — und was ist die Gegenleistung? ... "

(Boris Yoffes Versuch über sich selbst zu schreiben, zu lesen auf der Website von Yuri Chanon)

Boris Yoffe (2000)

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